Piet wird 2 – Hundegeburtstag im Wildpark Lüneburger Heide

Nie wollte ich so werden, wie diese Mütter, die nichts anderes mehr im Kopf haben als ihre Kinder. Die über nichts anderes mehr reden können und damit Nicht-Müttern auf den Wecker gehen. Und nun bin ich Hundemama – und mache mir ernsthaft darüber Gedanken, wie und wo ich den 2. Geburtstag meines Hundes angemessen feiern könnte. Habe ich noch alle Tassen im Schrank? Nein – ich bin verliebt. Nach wie vor, jeden Tag. Das erste Jahr war zugegebenermaßen nicht leicht. Aber jetzt ist jeder Tag ein Geschenk. Na ja, fast jeder…. Aber sein Kind liebt man ja auch, wenn es mal Unsinn macht, oder?

Piet ist das völlig egal. Er weiß nicht, dass der 7. August 2020 ein besonderer Tag ist. Er wird 2! Kinder, wie die Zeit vergeht! Sie werden ja so schnell groß….. Auch so ein Mütter-Spruch…. Für Piet ist ein Tag wie der andere – Hauptsache, Herrchen und Frauchen sind da, er bekommt was zu fressen und genügend Gelegenheit, mit anderen Hunden zu spielen und seine Umgebung zu erschnüffeln. Und trotzdem wollten wir an seinem Geburtstag etwas Besonderes mit ihm unternehmen.

Beagle und andere Tiere

Piets Verhältnis zu anderen Tieren ist gespalten. Insekten machen ihn nervös, Katzen sind der Klassenfeind, zu Vögeln pflegt er eine mehr oder weniger friedlicher Koexistenz. Alles was im Wasser lebt, ist vor ihm sicher, denn baden gehen mag er gar nicht. Als Jagdhund ist er an Hasen und Kaninchen naturgemäß höchst interessiert, mit größeren Wildtieren hatte er unseres Wissens bisher keinerlei Begegnungen. Vor großen Tieren wie Pferden und Kühen hat er höchsten Respekt (man könnte es auch Angst nennen), den er in der Regel mit lautem Gebell äußert.

Na, wer ist hier das wilde Tier?

Der Wildpark Lüneburger Heide liegt nur eine gute halbe Autostunde von Lüneburg entfernt –  wie der Name sagt – in der Lüneburger Heide. Das Mitnehmen von Hunden ist dort erlaubt – an der Leine selbstverständlich. Also warum es nicht einmal ausprobieren? Wer sagt, dass man an seinem Geburtstag nicht auch mal eine kleine Lehrstunde haben darf? Aufgrund der vorhergesagten Temperaturen von mehr als 30 Grad zweifeln wir noch kurz, entscheiden uns aber schließlich, unseren Plan durchzuziehen. Und das war eine gute Entscheidung.

Der Wildpark Lüneburger Heide: weitläufiges Gelände mit viel Schatten

Das mehr als 60 Hektar große Gelände liegt größtenteils im Wald und bietet daher ausreichend Schatten. Außerdem hast Du die Wahl, welche Strecke Du wählst: Es gibt drei verschiedene Rundwege, die mit 30, 60 und 90 Minuten angegeben werden, und Du kannst auch jederzeit verkürzen. Wir haben uns für den längsten Weg entschieden und – mit Pausen – locker 3 Stunden dort verbracht. Am Eingang bekommst Du den Wildparkführer, ein Heft mit interessanten Informationen und vor allem dem Parkplan.

Der Parkplan dient zur Orientierung.

Die Schildkröten räkeln sich in der Sonne, die Ziegen suchen den Schatten und die Wisente liegen faul auf der Wiese rum. Meister Adebar hält sich bescheiden im Hintergrund, die rosafarbenen Schnäbel der Pelikane strahlen im Sonnenlicht. Esel und Rotwild erzeugen bei Piet soweit keinerlei Reaktion. Wir haben allerdings bereits Hunger (oder vielleicht ist es auch nur Appetit) und Durst und machen Pause am Kaffeehaus – um festzustellen, dass dies erst Station 17 von 69 ist. Wir haben also noch einiges vor. Ein Grund mehr, sich mit Eis und Waffeln zu stärken. Für Piet und seine Artgenossen steht ein gefüllter Wassernapf bereit.

Nun wird es spannend: Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass Hunde mit ins Dammwild-Freigehege dürfen, aber tatsächlich ist das außerhalb der Brut- und Setzzeit kein Problem. Also wagen wir es und spazieren einfach so mit unserem Hund an der Leine mitten zwischen den Rehen durch. Das ist ein ziemlich cooles Gefühl, finde ich. Piet ist eher ängstlich, bellt aber auch nicht. Als Alternative für alle, die nicht durch das Freigehege gehen möchten oder dürfen, ist extra ein Hunde-Sinnespfad mit Duftstationen angelegt. Den findet Piet jedoch völlig unspektakulär.

Die Präriehunde hingegen findet er besonders spannend – dabei sind sie nur dem Namen nach verwandt, denn es handelt sich um eine Gattung der Erdhörnchen. Die Lamas sind hier eindeutig die Tiere mit der coolsten Frisur. Auch das zweite Dammwild-Freigehege passieren wir ohne Probleme. Ein Waschbär zeigt sich kooperativ und krabbelt fotogen aus einem ausgehöhlten Baum.

Was ich vom Baumwipfelpfad „Heide-Himmel“ halten soll, der im vergangenen Jahr eröffnet wurde, weiß ich noch nicht. Ich stelle es mir schon irgendwie faszinierend vor, über den Baumwipfeln hinweg zu gehen. Die Stützpfeiler im Wildpark empfinde ich jedoch optisch eher als störend. Hunde sind dort nicht erlaubt, daher kommt es für uns heute sowieso nicht in Frage. Obwohl ich das Angebot, für 3,50 Euro ein „Hunde-Appartement“ zu mieten, eine gute Idee finde. Der Besuch des Baumwipfelpfades kostet eine zusätzliche Gebühr, Du kannst ihn auch separat besuchen, wenn Du nicht in den Wildpark möchtest.

Der Baumwipfelpfad – tolle Sache oder optischer Störfaktor? Entscheide selbst!

Nun nähern wir uns den Wildkatzen – allzu nah kommt man jedoch nicht an sie heran. Bei einigen Tierarten wie beispielsweise den Wölfen ist es ausdrücklich verboten, sich mit Hunden zu sehr zu nähern. Bei den Braunbären steht das zwar nicht geschrieben – aber Piet veranstaltet einen solchen Aufstand, dass Matthias gleich mit ihm das Weite sucht, während ich versuche, ein paar Fotos zu machen. Die Viecher sind aber auch beeindruckend!

Kurz vor Ende verlässt mich mein Kamera-Akku – Anfängerfehler! Dabei gibt es bei den Greifvögeln noch einiges zu sehen. Flugvorstellungen finden zwar zurzeit – wie vieles andere – nicht statt, dennoch steht gerade ein Falkner mit einem Greifvogel auf der Wiese und beantwortet den Zuschauern, die auf den Tribünen Platz genommen haben, ihre Fragen. Auch hier heißt es jedoch für Hunde wieder: Abstand halten. Daher wurde eigens die Hunde-Loge eingerichtet, die etwas weiter entfernt ist vom Geschehen. Verständlich – wir wollen die Vögel ja nicht unnötig aufschrecken oder irritieren.

Drei Stunden sind wie im Flug vergangen. Dabei kann ich mir vorstellen, dass man mit Kindern hier durchaus noch mehr Zeit verbringen kann. Die dürfen beispielsweise einige Tiere auch füttern. Futter kann an Automaten erworben werden. Es ist aber äußerst wichtig, auf die Hinweise an den einzelnen Gehegen zu achten! So verträgt nicht jedes Tier jedes Futter. Außerdem gibt es Nahrungsspezialisten, die ausdrücklich nicht von Besuchern gefüttert werden dürfen. Und der eine oder andere Geselle könnte picken – davor wird explizit gewarnt.

Ein Tag im Wildpark Lüneburger Heide lohnt sich!

Das Streichelgehege sowie das Reptilium sind leider derzeit Corona-bedingt nicht zugänglich. Auch Vorführungen finden bis auf weiteres (bis zum 31.10.2020, Stand 09.09.2020) nicht statt, viele Veranstaltungen wurden abgesagt. Dennoch ist ein Besuch im Wildpark Lüneburger Heide jederzeit ein Erlebnis für Groß und Klein – Menschen und Hunde -, das ich bedingungslos empfehlen kann!   

Na Frauchen, war ich brav?

Wer zwischendurch größeren oder kleineren Hunger oder Durst verspürt, muss nicht lange suchen: Von Wildpark-Restaurant über Elch-Lodge, Crêpes-Stand und Heide-Imbiss – da sollte sich für jeden Geschmack etwas finden. Wir entscheiden uns jedoch für die Variante, die außerhalb des Geländes liegt: In nur einem Kilometer Entfernung in Nindorf befindet sich das Grillhus zum Hirsch’n – ein Steakhaus vom Feinsten! Hier lassen wir es uns richtig gut gehen.

Und zum krönenden Abschluss ins Grillhus

Moment, war es nicht Piet, der heute Geburtstag hat? Einen Augenblick lang überlegen wir, ob wir ihm das Carpaccio bestellen sollen. Aber ach, er weiß ja gar nichts von seinem Ehrentag. Also bloß nicht zu sehr verwöhnen…. Wir wollen ja nicht, dass er beim nächsten Abendessen zuhause am Tisch steht und bettelt. Hund bleibt Hund, und Konsequenz und Liebe sind nun mal das Wichtigste in der Hundeerziehung, so haben wir es zumindest von der Züchterin gelernt. Einen schönen Tag hatte Piet bestimmt trotzdem.

Na toll, ich hab‘ Geburtstag und gehe leer aus……

Der Wildpark Lüneburger Heide hat uns übrigens den Eintritt spendiert. Herzlichen Dank hierfür! Meine Meinung hat das nicht beeinflusst.

Wenn Du Dich auf den Weg zum Wildpark machen möchtest, findest Du hier alle nötigen Informationen. Vielleicht ein Tipp für die Herbstferien? Ich wünsche Dir dabei auf jeden Fall viel Spaß!

P.S. Folgst Du Piet eigentlich schon auf Instagram?

2 Kommentare zu „Piet wird 2 – Hundegeburtstag im Wildpark Lüneburger Heide

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s