Umsonst und draußen – Der Lüneburger Kulturspaziergang

[Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung] Januar 2021 – Der Lockdown hält an, Gastronomie- wie Einzelhandelsbetriebe sind geschlossen, das Gleiche gilt für Museen und Galerien. Die einen haben Schaufensterflächen, die sie zurzeit nur bedingt nutzen können, die anderen haben Kunstwerke, die sie zeigen möchten. Und dann sind da ja noch die Musiker – ebenfalls Künstler –, denen die Bühne fehlt, ihre Lieder zu präsentieren. Daraus lässt sich doch etwas machen, dachten sich offenbar die Macher von „KulturRausch“, einem studentischen Verein an der Leuphana, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, Kultur in Lüneburg zu organisieren und zu vermitteln – und „erfanden“ den „Kulturspaziergang 2021“.

14 sogenannte Kulturpunkte gilt es zu entdecken, und bis auf den ersten, der sich in Deutsch Evern befindet, sind alle perfekt auf einem kleinen Rundgang durch die Lüneburger Innenstadt zu erleben. Ich habe mich am vergangenen Sonntag auf den Weg gemacht und möchte ein paar Impressionen mit Euch teilen.

Update 8. Februar 2021: den ersten Kulturpunkt hatte ich versehentlich in Deutsch Evern verortet und habe ihn heute nachgeholt: Das kleine Café am Wilschenbrucher Weg 29 (Ecke Feldstraße) kannte ich bisher tatsächlich noch nicht. Hier stellt die Künstlerin Stephanie Güttner Linoldruckkunst, Malerei und Fotografie aus. Du findest ihre beiden Profile Inky Seed und Ich sehe so auf Instagram. Aufgrund der Spiegelungen waren die Kunstwerke etwas schwer zu fotografieren – also am besten schnell selbst noch vorbeigehen, bevor die Aktion zu Ende ist!

Auch der nächste Punkt war für mich eine Überraschung. Denn das Hotel und Restaurant Zum Roten Tore kannte ich bisher nur vom Vorbeifahren an der Stresemannstraße. Von dem efeuumrankten Eingangsbereich war ich ganz entzückt – und genau hier fand ich auch das erste Kunstwerk. Neben den Naturfotografien von Ulrike Lohmann bekommst Du hier mithilfe eines QR-Codes auch noch etwas auf die Ohren. Die Klänge des Singer- und Songwriter-Duos Manja und Maria begleiteten mich auf dem weiteren Weg.

Nebenbei entdeckte ich noch eines der (nicht bei jedermann – aber bei mir) beliebten Geister-Graffitis.

Weiter ging es zu Schröder-Optik in die Rote Straße. Hier stellt meine Namensvetterin Ruth Weber ihre fröhlichen und farbenprächtigen Lüneburg-Ansichten aus, die der Optiker kunstvoll zwischen seinen Brillen im Schaufenster arrangiert hat.

Ein Besuch in – oder in diesem Fall an – der Provinzperle lohnt sich ja immer, doch muss ich gestehen, dass ich das Bild von Birgit Horn im Schaufenster nicht finden konnte. Asche auf mein Haupt, falls ich es übersehen haben sollte. Was ich auf der Website der Künstlerin sehe, gefällt mir jedoch sehr. Auch hier gab es etwas auf die Ohren: Sängerin Tina Ohlhagen, die sich mit Klavier, Gitarre, Ukulele und Akkordeon begleitet. Die Stimme kam mir bekannt vor und tatsächlich: 2017 sah ich Tina & The Troupers bei der Nacht der Clubs. Damals war ich ehrlich gesagt nicht so begeistert, das mag aber am 1960er- und 1970er-Jahre-Repertoire gelegen haben. Eine tolle Stimme hat sie allemal.

Beim Fotografieren der Provinzperle kommt meine Kamera leider an ihre Grenze – oder die Straße ist einfach zu schmal……

Ach, was freue ich mich, wenn endlich irgendwann einmal wieder die Hühnerabende in der Provinzperle stattfinden! Bis dahin trösten wir uns mit dem Online-Format „Sonntagsperlen“ – eine wirklich beachtliche Sendung, die Antje Blumenbach da zusammen mit Amphire Veranstaltungstechnik auf die Beine gestellt hat.

Auch Station Nr. 5 – Keramik3PunktF – war für mich Neuland, aber ich kaufe auch selten Keramik. Die Bilder von Kerstin Voß zum Thema Wiese machen sich sehr dekorativ zwischen den in ähnlichen Farben gehaltenen Keramikbechern und – schalen.

Die Kunstwerke bei Nr. 6 – Ricardo Paul Wohndesign – muss man etwas suchen, denn sie befinden sich in Schaukästen im Durchgang zum Innenhof. Hier stellt Larissa Gehrmann Schmuck- und Objektdesign aus, Lukas Essig zeigt Fotografien und Emily Joy Neumann präsentiert Frauenportraits in Acryl auf Leinwand.
Auch so einer meiner Lieblings-Shops. Schließlich steht Ostern quasi vor der Tür. Und gerade in diesen Zeiten müssen wir es uns ja zuhause hübsch machen.

Die Mo’Fenster -Ausstellung im Mosaique – Haus der Kulturen – gibt es bereits seit Mai 2020. Hier stellen regelmäßig wechselnde Künstler ihre Werke aus.

Eines der Fenster im Mosaique

Den weitesten Abstecher musste ich zu Donna Leona machen, die ihre musikalischen Werke in der Straße Auf dem Meere präsentiert. Aber wow – wieder eine Neuentdeckung für mich! Die soulige Stimme der Sängerin hat es in sich. Und nebenbei konnte ich Piet mal ganz dekorativ auf einem Mons-Pons-Fons-Kanaldeckel ablichten.

Leider wurde das Wetter zunehmend schlechter, aber wir hielten durch. Die weiteren Stationen lagen ja so oder so auf unserem Heimweg. Bei meiner Lieblingsbuchhandlung Lünebuch war ich gleich doppelt beeindruckt: zum einen davon, dass der Künstlerin ein wirklich großer Bereich im Schaufenster zur Verfügung gestellt wurde, zum anderen gefallen mir die Werke von Gudrun Jakubeit, die ihr Atelier in der KulturBäckerei hat, sehr gut. Darüber hinaus ist das Ganze aufwändig und ansprechend mit Malutensilien und Skizzen installiert

Beim Kunstverein Lüneburg konnten wir leider schon nichts mehr sehen, weil das Schaufenster nicht beleuchtet war. Entsprechend haben wir uns den kleinen Umweg zur Hausbar gleich geschenkt. Im Nachhinein stelle ich fest, dass ich das wohl nachholen muss, denn an diesem Kulturpunkt wird gleich dreierlei geboten: Lyrik von Marit Persiel, Bilder aus einem Malwettbewerb für Kinder und Jugendliche sowie Musik von Brass Riot.

Der kleine Schwenker zur Calluna Eispatisserie musste jedoch unbedingt noch sein. Ich freue mich schon darauf, im Frühjahr endlich dieses ganz besondere Eiscafé zu besuchen, das mir bereits wärmstens empfohlen wurde. Auch hier gibt es noch einmal Bilder von Gudrun Jakubeit sowie Chorklänge von Chornetto. Ach ja, ich möchte ja auch so gerne wieder in einem Chor singen….

An den letzten beiden Kulturpunkten – Blaenk und einzigartig – war es dann leider schon zu dunkel. Du solltest Dich also ein bisschen früher auf den Weg machen als ich!

Noch bis zum 9. Februar hast Du die Gelegenheit, den Kulturspaziergang zu machen. Aber wer weiß, vielleicht wird die Aktion ja auch verlängert? Schließlich geht der Lockdown noch (mindestens) bis zum 14. Februar. Ich kann es Dir auf jeden Fall empfehlen! Es ist ein interessanter und abwechslungsreicher Spaziergang durch unsere schöne Stadt und ganz sicher kannst auch Du noch etwas Neues entdecken. Die Strecke von Punkt 2 bis zum Endpunkt Nr. 14 beträgt etwa 3,5 Kilometer. Wenn Du Dir an den einzelnen Stationen etwas Zeit nehmen möchtest, solltest Du ungefähr 90 Minuten einplanen.

Also, worauf wartest Du? Mit dem Wetter dürfest Du an diesem Wochenende etwas mehr Glück haben als ich. Nur warm anziehen solltest Du Dich. Hier findest Du den Plan zum Download.

Die Calluna Eispatisserie in der Salzstraße am Wasser.

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